Titelfoto: Thomas Rensinghoff

Schon länger lasse ich meine Schülerinnen und Schüler insbesondere in der Oberstufe Sketchnotes anfertigen, vor allem um Texte auszuwerten und damit z.B. als Klausur- aber auch als Abitur-Vorbereitung. Dass das sinnvoll ist, scheint mir unbestreitbar, wenn auch die Erfahrung zeigt, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler zu begeisterten Sketchnotern werden. Aber: Wer zeichnet ist klar im Vorteil! Warum man Sketchnotes insbesondere in der Schule nutzen sollte, macht Diana Meier-Soriat hier deutlich.

Zugegebenermaßen habe ich bisher oft darauf verzichtet den Schülerinnen und Schülern die Grundbegriffe beizubringen, auch wenn mit Steffi Maurers und Wibke Tiedmanns Kartenspiel großartiges, kostenloses Material auch für diesen Zweck vorliegt, das ich mit Kuresen – in denen ich viel Zeit hatte – auch ausprobiert habe.

Allerdings soll sich das ändern und dazu habe ich mir etwas angepasste Regeln überlegt, mit deren Hilfe man die Karten auch mal in einer Vertretungsstunde oder einer kurzen Einzelstunde nutzen kann.

Dazu habe ich mir bei Aldi Material zur didaktisch sinnvollen Organisation gekauft (offenbar gibt es das einmal im Jahr) und die Karten dort einsortiert. Zur besseren Übersichtlichkeit habe ich mir noch Überschriftskarten erstellt.

Schnelle Variante des Sketchnote-Games in der Einzelstunde

Der Einstieg erfolgt mit dem tollen Online-Einführungsbuch von Thomas Staub, das den Schülerinnen und Schülern als Lehrervortrag (oder per QR-Code zur Ansicht, falls digitale Endgeräte zur Verfügung stehen) dargeboten und geklärt, zu welchem Zweck sketchnoten im Unterricht genutzt werden kann.

 

Für die Erarbeitung wird das bestückte Ordnungssystem mit den Karten an der Tafel aufgehängt und jeder Schüler darf sich nach und nach eine Karte nehmen – ihre Kompetenz bzgl. des Schwierigkeitsgrads lasse ich die Schülerinnen und Schüler selbst einschätzen. Die Schülerinnen und Schüler können während dieser Phase die Karten jederzeit austauschen. Im Vordergrund steht ein erstes Kennenlernen der Methode. Sie malen die gezeigten Inhalte einfach ab und lernen so erste Gestaltungsmöglichkeiten kennen.

Etwa 5-10 Minuten vor dem Stundenende bringen die Schülerinnen und Schüler ihre Karte zurück nach vorn und präsentieren in einer Vierergruppe einander ihre Ergebnisse.

Strukturen kennen lernen: für Wiederholungstäter

Kommt man zum wiederholten Mal in dieselbe Klasse, lohnt sich Nutzung der Erweiterung auf der Rückseite. Die Schülerinnen und Schüler erstellen zu einer aktuell genutzten Doppelseite bzw. zu einem Kapitel im Schulbuch eine Sketchnote-Seite oder ggf. ein Plakat. Ein Einstieg lässt sich wiederum über das Material von Thomas Staub durchführen, diesmal mit dem Schwerpunkt auf die Plakatgestaltung.

Dazu wählen sie sich von der Rückseite eine der Strukturen aus, mit deren Hilfe sie ihre Sketchnote-Seite strukturieren. Auf die Karten auf der Vorderseite können sie bei Bedarf zurückgreifen, es sei denn, sie wollen mit dem Smartphone einen der Links zu anderen Gestaltungsideen ausprobieren.

Will man Schüler*innen-Ergebnisse für alle visualisieren bietet sich die Seite Sketchboard.io – hier können alle gleichzeitig online zeichnen, wenn mit Tablets gearbeitet wird (Achtung, das geht nur mit wirklich disziplinierten Schülerinnen und Schülern.

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