Digitales Lernen im Fach – Grundlagenwerke Deutsch & Geschichte

Der Einsatz digitaler Medien erfolgt sinnvoller Weise nicht etwa in einem Fach „Digitale Medien“, sondern bietet sämtlichen Fächern in der Schule vielfältige Chancen, die man als Lehrender dann nutzen kann, wenn man eine Idee davon hat, was man mit digitalen Medien im Unterricht erreichen kann.

Natürlich lassen sich grundlegende Überlegungen zur Didaktik des Lernens mit Digitalen Medien anstellen, aber auch die einzelnen Fächer müssen sich konkret aufstellen. Die folgenden Werke stellen dazu einen guten Einstieg dar, sind aber sicher nicht die einzigen zum Thema (bitte wichtige Hinweise gerne in den Kommentaren ergänzen).

In den letzten Wochen sind einige praxisorientierte Bücher – für manchen Kollegen sicher ein guter Einstieg – erschienen, die sich mit dem Einsatz von Computer, iPad und Co. im Unterricht der einzelnen Fächer beschäftigen und die daher für jeden Fachlehrer eine unabdingbare Lektüre darstellen. Einige davon möchte ich hier kurz vorstellen:

Deutsch

Als Grundlagenwerk für das Fach Deutsch dürfte sich Philipp Wampflers Neuerscheinung „Digitaler Deutschunterricht“ entpuppen. Auf der Seite des Verlages kann man in das Buch hineinlesen. Wampfler erläutert, welche produktiven und kreativen Ideen sich mit Hilfe digitaler Werkzeuge im Deutschunterricht verwirklichen lassen. In einem ersten Teil werden diese praktischen Anwendungen theoretisch unterfüttert. Hier können sie sich selbst einen Eindruck vom Buch verschaffen.

Für die Grundschule sei auf die beiden Bände „Deutsch digital“ verwiesen, die in einem Theorie- und einem Praxisband wesentliche Ideen vorstellen. Hier finden Sie eine Übersicht über den Inhalt.

Geschichte

Auch für das Fach Geschichte ist frisch aus der digitalen Druckerpresse ein neues Werk erschienen. Es handelt sich um das Praxis-Handbuch Historisches Lernen und Medienbildung. Noch habe ich kein Exemplar in Händen halten dürfen, der Verlagstext aber verspricht:

BernsenKerber.inddDas Praxishandbuch stellt Unterrichtstechnologien, Werkzeuge und Einsatzszenarien zur Arbeit mit digitalen Medien im Geschichtsunterricht vor. Erkenntnisse des computervermittelten Arbeiten und Lernens, der Visual History, der Zeitgeschichte, der Medientheorie und -pädagogik haben den Blick auf digitale Materialien als Quellen historischer Erkenntnis erweitert und verändert. Visuelle Darstellungen und Bilder haben dadurch gegenüber einer traditionell starken Textorientierung an Bedeutung für die Geschichtswissenschaft (iconic turn) und den Unterricht gewonnen.

Der Autor, Daniel Bernsen, ist ein versierter Kollege, der seit Jahren mit Schülerinnen und Schülern, aber auch mit Referendaren in diesem Bereich arbeitet und einen erstklassigen Blog zum Thema betreibt.

Unverzichtbar übrigens auch das Buch „Geschichte lernen im Digitalen Wandel“, das vom Arbeitskreis Geschichtsdidaktik und digitaler Wandel veröffentlicht wurde und dort auch online gelesen werden kann.

Naturwissenschaften

Durch Zufall bin ich auf diese Werke gestoßen, da gibt es sicher aber auch noch weitere, die ich als Geisteswissenschaftler kaum beurteilen kann.

Im Fach Chemie sei verwiesen auf den Basistext „Computer und Multimedia im Chemieunterricht heute – Eine Einordnung aus didaktischer und lerntheoretischer Sicht“, der als PDF kostenlos heruntergeladen werden kann und

Hilfestellung geben [will], den aktuellen Stand der erziehungswissenschaftlichen und fachdidaktischen Forschung kennen zu lernen, den Sinn des Computereinsatzes im Chemieunterricht einzuschätzen und damit an der Fortentwicklung des Einsatzes dieser interessanten Technologien für das Lernen von Chemie mitwirken zu können. Computer und Multimedia im Chemie-Unterricht

Das Fach Biologie bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte zum mobilen Lernen, die in dem (bereits 2013 erschienenen) Heft „Mobiles Lernen digital“ gut umrissen werden. Eine Idee bekommt man auch durch den Blog „Biologiedidaktik mal anders“.

Ich freue mich über weitere Hinweise über maßgebliche Werke in den Kommentaren

Wie setze ich digitale Medien lernförderlich in meinem Unterricht ein? In Schülerhand!

Im neuen Kerncurriculum für Referendarinnen und Referendare im Land NRW, das ab 2.9.2016 gilt, wird von ihnen die selbstreflexive Frage erwartet:

Wie setze ich (digitale) Medien lernförderlich in meinem Unterricht ein?

Das „Digitale“ steht wirklich in Klammern und Medien an sich waren wohl immer schon unverzichtbar. Dort steht auch: Lehrerinnen und Lehrer – ob nur für sich oder für die Schülerinnen und Schüler bleibt offen –  …

integrieren moderne Informations- und Kommunikationstechnologien didaktisch sinnvoll und reflektieren den eigenen Medieneinsatz

Immerhin wird auch die Frage aufgeworfen:

Was muss ich über die Mediengewohnheiten meiner Schülerinnen und Schüler wissen?

Und an anderer Stelle:

Wie kann ich mit Kolleginnen und Kollegen unter Nutzung von digitalen Medien kooperieren, sowie Unterricht und Beratung kontinuierlich und systematisch weiterentwickeln?

Genau genommen stellt sich für mich hier als zentrale Frage, was dieses Curriculum will:

Muss ich als Unterrichtender digitale Medien nutzen oder sollen meine Schülerinnen und Schüler digitale Medien nutzen?

Meine These: Mit diesem Kerncurriculum wird von Referendaren keine Unterrichtsplanung erwartet, die den Einsatz digitaler Medien durch Schülerinnen und Schüler voraussetzt. Die handlungs- und produktionsorientierten Chancen, die Digitales bietet, müssen nicht ausgeschöpft werden. Auch die im Kerncurriculum sehr wohl geforderte Individualisierung von Unterricht muss nicht mit Hilfe digitaler Medien ausgeschöpft werden.

Dieses Kerncurriculum greift zu kurz, insbesondere dann, wenn man sich ansieht, was die Österreicher von ihren Lehrern verlangen.

Nett: Digitale Geräte in der Hand des Lehrers

In der Hand des Lehrers ist das digitale Medium nicht unbedingt mehr als Tafel, DVD-Player und Fernseher. Als Lehrer kann ich ganz wunderbar mit Hilfe der digitalen Tafel oder mit iPad und Beamer meine persönliche Präsentationskompetenz ausbauen. Ich kann Filme zeigen, die ich bei EDMOND heruntergeladen habe oder bei Youtube finde, ich kann lehrerzentriert Powerpoints zeigen, Schülerarbeiten fotografieren und für alle sichtbar korrigieren (naja), das Tablet als Dokumentenkamera nutzen, Arbeitsblätter ausfüllen. Ich kann mit OneNote oder mit Goodnotes Tafelbilder (vor oder während der Stunde) entwerfen, ich kann Fotos zeigen und Audios vorspielen, ich kann sogar auslosen lassen, welcher Schüler vorträgt. Alles für mich unverzichtbar und praktisch, allerdings hat bei diesem Szenario noch kein Schüler ein digitales Medium benutzt. 

Schön: Interaktive Nutzung digitaler Medien

Nutzt man im Unterricht digitale Medien, um mit den Schülerinnen und Schülern in interaktiven Austausch zu kommen, ist man einen Schritt weiter. Ob Kahoot oder Nearpod, eine Lernplattform wie Moodle oder die Kombination aus analogen und digitalen Medien mit Hilfe von QR-Codes: Lehrer planen interaktive Materialien und die Schülerinnen und Schüler können sie nutzen. Und: Auch Schülerinnen und Schüler können den Beamer nutzen, um eigene Ergebnisse zu präsentieren!

Schöner: Rezeptive Nutzung digitaler Medien – Recherche im Netz

Die erste Idee, die viele bei der Nutzung digitaler Endgeräte im Unterricht haben, ist die Recherche. Ein wichtiger Faktor, sicher. Es lassen sich Vokabeln nachschlagen (z.B. mit dem kostenlos Pons-Wörterbuch) und sogar vorlesen. Lexika für alle Fächer und Altersgruppen sind zur Genüge zu finden. Großartige Seiten wie das Lebendige Museum (DHM) können für den Oberstufenunterricht beinahe das Geschichtsbuch ersetzen. Klug durchdachte Angebote wie SEGU-Geschichte ermöglichen völlig neue Formen der Nutzung von Internetangeboten für den Unterricht. Das Smartphone wird zum Kulturzugangsgerät.

Am schönsten: Analytische Nutzung – Inhalte filtern, beurteilen, sinnvoll nutzen können

Im Geschichtsunterricht werden schon immer Quellen analysiert. Wichtige Schritte um Fälschungen zu erkennen, sind Bestandteil der Quellenanalyse (vgl. Daniel Bernsens Blogeintrag). In Zeiten „alternativer Fakten“ müssen Schülerinnen und Schülern dazu weiterhin und noch viel mehr ermutigt und befähigt werden.

Ob man ihnen den Umgang mit Wikibu zeigt, um Wikipedia-Artikel beurteilen zu können oder ob sie lernen mit Hilfe von Mimikama und anderer Anbieter Fake-News zu erkennen und Internetquellen angemessen beurteilen zu können – letztlich war das immer schon Ziel von (Geschichts-)Unterricht. Im übrigen halte ich es für eine gute Idee mit den Schülern selbst einmal News zu faken, z.B. mit dem Online-Wahn-Generator!

Am allerschönsten: Produktive Nutzung digitaler Medien – produktionsorientiert arbeiten

Ihr volles Potential entfalten digitale Medien, z.B. Tablets und Smartphones, wenn die Schülerinnen und Schüler selbst damit arbeiten. 

Sie erstellen mit Hilfe einer Tabellenkalkulation im Geschichtsunterricht aus Zahlenreihen Grafiken und werten diese anschließend aus. Es können interaktive Erklärfilme z.B. mit Touchcast Studio erstellt werden, die für die Abiturvorbereitung später genutzt werden können. Mit Hilfe einer Greenscreen (siehe Bild und Beitragsbild) kann man sich einfach in historische Zusammenhänge versetzen. Die Dokumentation der eigenen Arbeit ist mit Hilfe von Portfolios (z.B. Mahara), aber auch in Blogs und Wikis möglich. Auch digitale Bücher, mit Videose und Audios angereicherte Bücher lassen sich z.B. mit dem BookCreator leicht erstellen. Hier gibt es tausende Anwendungen und Ideen!

Erst auf diese Weise entfaltet die Nutzung digitaler Medien im Unterricht ihr volles Potential: in der Hand von Schülerinnen und Schülern!
 

 

 

(Nicht nur) Schulbücher mit dem iPad nutzen

Das iPad stellt jedem Nutzer eine kostenlose Lese-App, iBooks zur Verfügung. Mit dieser App lassen sich Bücher kaufen, aber auch Bücher, die kostenlos im Netz zur Verfügung stehen, problemlos lesen. Für den Deutsch- und Sprachunterricht ist es zudem praktisch, dass man die Schülerinnen und Schüler ohne großen Aufwand in zahlreiche Bücher „hineinlesen“ lassen kann, weil im Store – auch ohne Anmeldung – kostenlose, meist erste Kapitel zur Verfügung stehen.

Inzwischen gibt es im Apple-Store sogar einige Schulbücher, teils von Kollegen erstellt, teils von Verlagen, so z.B. das gelungene interaktive Geografie-Schulbuch des Westermann-Verlags.

Allerdings lassen sich auch alle PDFs und kostenlos verfügbare ePubs mit der App iBooks lesen. ePubs haben dabei den Vorteil, dass sich in diesen auch Markierungen und Notizen vornehmen lassen. PDFs lassen sich aber mit dem Programm Calibre in ePubs umwandeln.

Tipp: Kostenlose Gutenberg-Bücher in ePubs umwandeln lassen

Wer die Seite des Projekt Gutenbergs kennt, auf der tausende copyright-freie Werke kostenlos verfügbar sind, freut sich vielleicht über die geniale Internetseite epub2go.eu auf der sich kinderleicht aus jedem Gutenberg-Buch ein auf dem iPad lesbares ePub erstellen lässt.

Selbst Bücher erstellen

Natürlich lassen sich auch Bücher mit entsprechenden Programmen auf dem iPad erstellen, am einfachsten sicher mit dem allseits beliebten BookCreator, am ausgefeiltesten mit dem Creative Book Builder. Will man professionelle Bücher für iBooks selbst erstellen, kann man das iMac-Programm iBook author (für Windows nicht verfügbar) nutzen, mit dem sich verschiedenste Projekte verwirklichen lassen.

Von allen Verlagen gemeinsam: Die digitale Schulbuch-App

„Deutsche Bildungsmedienhersteller bieten seit dem Schuljahr 2012/13 digitale Schulbuchversionen, parallel zu einer schon zuvor bestehenden digitalen Produktpalette, an. Die Bücher aller beteiligten Verlage können über die Plattform „Digitale Schulbücher“abgerufen werden. Sie sind in einem einheitlichen Format offline und online verfügbar. Als App stehen die digitalen Schulbücher sowohl für dasiPad als auch für AndroidTablets zur Verfügung.“ (wikipedia.de)

Allerdings ist die App tatsächlich nicht sehr komfortabel. Verständlich zwar, dass die Rechte an den gekauften bzw. geliehenen Schulbüchern nach 400 Tagen ablaufen – schließlich gibt dann ein Kind das Buch in der Schule auch spätestens zurück -, aber dass man auch als Lehrer nach 400 Tagen keinen Zugriff mehr auf die Bücher hat, stört doch sehr. Außerdem muss man sich jedes Mal anmelden, was auf Dauer Nerven und Zeit kostet.

Die Bücher, die man gekauft hat und für die es eine Onlineversion gibt, haben i.d.R. einen Schlüssel eingedruckt. Unpraktischerweise muss man diesen Schlüssel allerdings erst auf der Seite des Verlags eingeben oder man bekommt den Schlüssel per Mail zugesandt. Diese Codes lassen sich in der App allerdings nicht eintragen, dazu muss man die Webpage aufsuchen.

5958581666Sind Bücher als Klassen- oder Jahrgangssätze in der Schule eingeführt, lässt sich über den Online-Store des jeweiligen Verlags auch mit etwas Aufwand ein Schul- bzw. Klassensatz an Codes erwerben.

Der Vorteil der App, deren Zukunft mir ungewiss erscheint, ist m.E. vor allem für die Nutzer gegeben, denn hier ließen sich Bücher aller Verlage auf einer Plattform nutzen. Das wäre praktisch!

Eigenentwicklungen der Verlage: Scook und BiBox

Inzwischen haben jedoch einige Verlage eigene Systeme herausgebracht die, wie Cornelsens Scook, zumindest beim Erwerb der Bücher erheblich leichter zu bedienen sind. Besitzt man das Buch, darf man es unbürokratisch auch auf sein iPad laden. Hier gibt es auch eine passende App.

Die Westermann-Gruppe setzt wiederum auf ein eigenes System, die sogenannte Bibox. Hier ist die App momentan allerdings noch nicht verfügbar, obwohl diese im Shop des Verlags schon angepriesen wird. Im Browser kann man auf dem Tablet nicht auf die Inhalte zugreifen (flash).

Beide Systeme funktionieren tadellos und sind insgesamt übersichtlicher, sind aber in der Funktionalität z.T. noch eingeschränkt. Nachteil der verlagseigenen Apps ist, dass sich die Nutzer, sowohl Lehrer als auch Schüler in verschiedenen Apps und Anwendungen zurechtfinden müssen.

Überwachtes Lesen: die Kindle-App

Eine weitere Leseapp für das iPad ist die KindleApp, mit der sich sämtliche Bücher für Amazons Lesegeräte auch auf dem iPad lesen lassen. So lassen sich bereits als ePub vorbereitete kostenlose Bücher von der Amazon-Seite nach dem kostenlosen „Kauf“ einfach in die Kindle-App übertragen. Recht komfortabel, aber Vorsicht: Amazon analysiert das Leseverhalten der Nutzer. Aus datenschutzrechtlichen Gründen halte ich die App daher für die Schule für nicht geeignet.

Bücher aus der Stadtbücherei: Onleihe und der Bluefire-Reader

4017188681Kostenlose Bücher kann man aber auch auf klassischem Wege auf sein iPad bekommen, indem man seine Stadt-Bücherei aufsucht. Die Büchereien im Rhein-Kreis Neuss (Neuss, Dormagen,  Grevenbroich) bieten diese sogenannte Onleihe durchweg an. Ist man einmal angemeldet, lassen sich z.B. Jugendbücher oder Sachbücher über die App Onleihe auf das eigene iPad laden.

Etwas umständlich ist es, dass man zum Lesen einen weiteren Reader, nämlich am einfachsten die App BluefireReader, benötigt. Um nachzuweisen, dass man über das Recht verfügt, das Buch lesen zu dürfen, muss sich zudem eine AdobeID zulegen, um die Bücher der Bibliotheken lesen zu können. Diese ID muss einmalig im Bluefire-Reader eingetragen werden (sogenanntes DRM).

Nach Ende der Leihfrist sind die Bücher auf dem iPad nicht mehr zu lesen. Weitere Erklärungen zur Onleihe sind hier zu finden. Kosten für eine verspätete Rückgabe können so nicht entstehen.

 

Das iPad in Lehrerhand

Es gibt natürlich noch viele weitere Anwendungen, die einem als Lehrerin und Lehrer das Leben erleichtern, aber die hier aufgestellte Übersicht – die sich mit Sicherheit im Laufe der Zeit verändern wird – zeigt, wie sich das iPad im Lehreralltag sinnvoll einsetzen lässt. Ergänzungen und Kommentare sind herzlich willkommen!

Zu Hause bei der Unterrichtsvorbereitung

Zu Hause lässt sich das iPad natürlich gut für die Unterrichtsvoreberieung einsetzen. Ob ich nun Digitale Schulbücher nutze, mich mit Hilfe von iBooks oder Scook inhaltlich vorbereite oder mit Hilfe des Browsers im Netz recherchiere (z.B. auf der Suche nach legal nutzbaren Bildern, wie es sie bei Pixabay oder Photosforclass oder mit Hilfe der NRW-Lehrer-Suchmaschine learnline). Ob ich meine Arbeitsblätter mit Pages erstelle oder mit Scannable (Urheberrecht beachten) Inhalte zusammenstelle, das iPad bietet mir viele Planungs- und Vorbereitungsmöglichkeiten.

Will ich legal Filme mit dem iPad nutzen kann ich mit Hilfe der Software Documents und der (für Lehrer im Rhein-Kreis Neuss kostenlosen) Unterrichtsfilmplattform Edmond passende Filme für die Unterrichtsgestaltung finden.

Um meine Inhalte zu sichern, eignen sich Dateimanager wie
Documents oder der etwas teurere Filebrowser. Mit Hilfe dieser Browser kann ich in meiner Dropbox (Achtung Datenschutz!), aber auch im NRW-System Logineo, das sich momentan im Aufbau befindet, alle meine Daten speichern und ggf. weitergeben.

In Schule und Unterricht

Will ich mit dem iPad präsentieren, muss ich natürlich die technischen Voraussetzungen schaffen, ob ich es nun etwas oldfashioned mit dem VGA-Kabel (+Adapter) oder dem HDMI-Kabel (+Adapter) direkt mit dem Beamer verbinde oder aber kabellos mit Hilfe von HDMI-Kabel und AppleTV oder mit dem weitaus günstigeren EZCast, ist dabei für das Ergebnis fast egal. Ich kann alles, was ich auf dem iPad habe, problemlos mit dem Beamer präsentieren.

Natürlich lässt sich das iPad als auch ganz einfach als Dokumentenkamera nutzen, mit der neuen Split-Screen-Funktion kann ich sogar nur die eine Seite zeigen. Was auf der anderen zu sehen ist, kann nur ich sehen.

Es gibt natürlich auch spezielle Apps zum Präsentieren. So lassen sich auch analoge Postits mit der Postit-App in den Unterricht einbinden. Digitale Präsentationen kann ich mit Hilfe von Keynote erstellen und darstellen. Will ich eine interaktive Tafel, kann ich Doceri oder Explain Everything verwenden. Sollen außer mir noch andere auf die digitale Tafel zugreifen, kann ich dazu Baiboard nutzen. Alle erstellten Tafelbilder lassen sich mit Hilfe dieser Apps auch speichern und weitergeben.

In Sammlungsphasen bietet sich auch die Nutzung von Mindmapping-Programmen, wie Mindmeister oder Popplet an.

Mobile Endgeräte als eignen sich auch, um Feedback einzuholen oder den Schülern (und Eltern) Feedback zu geben. ClassDojo (Achtung Datenschutz beachten) ist so eine App.

Auch meine Kurs- und Notenverwaltung kann ich mit Hilfe des iPads organisieren, so lässt sich mit TeacherTool (27€), eine Version gibt es für eine Klasse kostenlos zum testen, sowohl der eigene Stundenplan als auch die gesamte Funktionalität von Notenbuch und Kursheft abbilden.

Für einzelne Fächer gibt es zudem noch zahlreiche Anwendungen und Apps, die hier aber nicht mehr aufgeführt werden können.

Diese Fortbildung können Sie über das KTeam im Rhein-Kreis Neuss kostenlos buchen.

10 Argumente für Tablets statt Notebooks. Eine Meinung

Aufgrund der Frage eines Schulleiters, ob es gute Argumente für den Einsatz von Tablets anstelle von Notebooks im Unterricht gibt, möchte ich die wichtigsten Argumente aus meiner Sicht anfügen:

  1. Tablets lassen sich in jedem Fach auch für kurze Phasen in den Unterricht integrieren. Im Gegensatz zu Notebooks starten Tablets unmittelbar und sind somit sofort einsetzbar. Sie können auch für kürzere Arbeitsphasen sinnvoll eingesetzt werden. Bei Nichtnutzung legen die SuS die Geräte umgedreht auf die Tische.
  2. Tablets ermöglichen es, sich auszusuchen, wo man lernt. Da die Geräte flexibel sind, kann jeder Schüler selbst entscheiden, wo er mit dem Gerät lernt. Ob in der Bibliothek, im Klassenraum oder auf dem Schulhof – der Lernort kann frei gewählt werden.
  3. 2015-09-24 16.54.34Tablets sind leicht und lassen sich ohne Aufwand und in beliebige Stückzahlen unterteilt transportieren. Auch größere Mengen Tablets müssen nicht mit einem sperrigen Wagen durch die Schule transportiert werden, sondern können, mal in 10er-Packs für eine Gruppenarbeit (verteilt auf drei Klassen), mal in 30er-Stückzahl für die Einzelarbeit im Klassenverband in der Schule in der Schule eingesetzt werden, je nach den Erfordernissen, die durch Inhalte, Lehrpläne und die Wünsche von Lehrern und Schülern formuliert sind.
  4. Auf Tablets gibt es zahlreiche Apps speziell für den unterrichtlichen Gebrauch von Lehrern und Schülern. Es gibt natürlich auch Programme für Notebooks, die sinnvolle unterrichtliche Arbeit ermöglichen, aber die Auswahl an didaktischen Apps ist unübertroffen. Seien es Apps für die Produktion von Büchern, Filmen, Fotos, Musik – einfach und intuitiv bedienbar sind diese Apps für Schüler allemal und damit bleibt für den wichtigen Fachunterricht mehr Zeit.
  5. Wer Fachunterricht digital stützen möchte, ist mit Tablets besser bedient. Will man das Fach Informatik unterrichten, würde ich mit Einschränkungen Notebooks oder feste Computer empfehlen,  für die üblichen Einsätze im Deutsch- oder Mathematikunterricht, im Fach Gesellschaftslehre oder Physik … Es geht hier immer um Lektüre und Recherche, produktive und kreative Arbeit, interaktives Üben, Kollaboration oder die Dokumentation von Unterrichtsinhalten. Hier ist das Tablet die bessere Wahl, weil es flexibler zu nutzen ist.
  6. Tablets ermöglichen einfache, intuitive Multimedia-Produktion. Im Gegensatz zu Notebooks lassen sich die viel mobileren Tablets auch für Film- und Fotoproduktion, Tonaufnahmen an allen gewünschten Orten verwenden, sei es zum Zeitzeugeninterview im Altenwohnhaus oder zum Actiondreh im Sportunterricht. Damit lassen sich unterrichtliche Projekte in schneller und einfacher Form verwirklichen, ohne viel technisches Vorwissen.
  7. Tablets eignen sich inzwischen sehr gut für die Textverarbeitung. Es gibt inzwischen außer gängigen Office-Lösungen zahlreiche auf schulische Vorgehensweisen spezialisierte Apps (z.B. Notability), die gute Textarbeit – handschriftlich und getippt – ermöglichen. Ohne Probleme lassen sich inzwischen auch Tastaturen anbinden, sodass die Argumentation von Christoph Pallaske aus dem Jahr 2012 mir inzwischen nicht mehr recht überzeugend erscheint.
  8. iPads lassen sich zentral pflegen. Im Gegensatz zu Notebooks lassen sich die Apple-Tablets – und bisher nur diese – durch eine zentrale Software auf einen Rutsch verwalten. Der Aufwand für eine solche Verwaltung auf Notebooks scheint mir höher.
  9. Von Tablets lässt sich gut präsentieren. Ob mit dem iPad, einem Android-Tablet oder mit einem Surface: Mit Hilfe kabelloser Empfänger lassen sich alle Schülerergebnisse problemlos von jedem Schülerplatz aus mit dem Beamer präsentieren. Ohne Kabel!
  10. Die Akkulaufzeit von Tablets ist hoch. Wer ein Notebook mit einer einem Tablet vergleichbaren Akkulaufzeit (10 Stunden) kaufen möchte, landet leicht bei Kaufpreisen von über 1000€.

Weitere Argumente für den Einsatz von Tablets bietet der Film zum Mobilen Lernen, der in Kürze im Rhein-Kreis Neuss auch online auf der EDMOND-Plattform verfügbar ist.

Tablet-Apps – ein Vergleich

iPad-Fortbildungen moderieren macht Spaß! Immer so lange, bis das Gespräch auf die hohen Preise der Geräte und auf den Vergleich verschiedener Tablets im allgemeinen kommt. Ich bin aber zugegebenermaßen auf anderen Geräten nicht genauso firm, wie mit dem täglichen Arbeits- und Kulturzugangsgerät, das ich regeälmäßig nutze. Gibt es eine App, die dasselbe kann auch auf dem Android -Gerät? Kann mein Windowstablet das genauso? Um diese Frage zu beantworten, habe ich über Twitter tablet-fachlich versiertere Kollegen gebeten, mit mir eine Tabelle auszufüllen. 

Vieles geht auch mit anderen Tablets
Die Tabelle zeigt: Es gibt inzwischen viele Apps oder vergleichbare Programme für alle Betriebssysteme. Allein die große Anzahl der Anwendungen verdeutlicht, dass sich die Geräte aneinander annähern.

Ob sich die Intuitivität der Nutzung und eine sinnvolle Anwendung im Unterricht vergleichen lässt, vermag ich natürlich noch nicht zu beurteilen. Allerdings werde ich einfach nochmal andere Geräte ausprobieren, nur dann kann man sich ein ausgewogenes Bild machen.

Vorteil: Pflege der Geräte für den Admin beim iPad am einfachsten?

Als zentrales Argument für die Nutzung von iPads wird häufig auch die zugegebenermaßen einfache Wartung und die Versorgung mit Updates über den Apple Configurator genannt. Auch hier fehlen mir noch Erfahrungswerte, wer mag, darf gern in den Kommentaren ergänzen.

Die Tabelle darf natürlich jederzeit ergänzt werden! Dank an Martina Grosty, Christian Conradi, Chris Wolcott, Lars Reitze, Wolfgang Schwarz und alle anderen, die mithelfen!

Wie bekomme ich meine Dateien vom iPad in Moodle

1. Schritt: Verteilen der Datei auswählen

        verteilen

2. Schritt – Öffnen der Datei in einer anderen App: iCabMobile

in anderer app oeffnen eins

oder so

in anderer app oeffnen 2

3. Schritt: iCabMobile als „Empfänger“ der Datei auswählen!

icabmobile

4. Schritt: Übertragung der Datei nach iCabMobile akzeptieren

 downloadsicab
Für die Sicherheitsfanatiker: Im Download-Ordner nachsehen, ob die neue Datei vorhanden ist!
dateienicab

5. Schritt: Aufgabenabgabe in Moodle öffnen – „Abgabe hinzufügen“ auswählen

abgabe icab

6. Schritt: Datei hochladen – „Datei auswählen“ aus Downloads – Datei hochladen (siehe Tipps!)
upload icab
Tipp 1: 
In den Netzwerkeinstellungen des Browsers iCabMobile muss – einmalig –
in den Einstellungen (Zahnrad auf der Startseite oben rechts)
bei „Netzwerk“ (scrollen!) die Einstellung „Uploads via“>>> „iCab Mobile“ ausgewählt werden.
einstellungen icab
 
Tipp 2: 
Es kann sein, dass man zweimal auf den „Datei auswählen“-Button klicken muss, damit das in Schritt 3 gezeigte korrekte Auswahlfenster erscheint!
Wer das ganze noch einmal als Video sehen möchte, kann das hier tun!