„Weltaneignungs-assistent“ – immer in der (Hosen-)Tasche. Smartphones und Tablets im Unterrichtseinsatz

Gerade ist in der Zeitschrift „Gemeinsam Lernen“ im Heft „Digital in die Zukunft“ dieser Artikel erschienen.

„Weltaneignungsassistent“ nennt der Baden-Württemberger Lehrer Bob Blume die Smartphones der Schüler*innen. Damit ist umrissen, über welche Fähigkeiten die Minicomputer in den Hosentaschen verfügen: Es lassen sich Inhalte nutzbar machen, recherchieren, produzieren und publizieren. Diese vielen Facetten der Arbeit mit digitalen Medien spiegeln sich in abstrakter Form im gerade neu erschienenen Medienkompetenzrahmen des Landes NRW wider: Mit Smartphones und Tablets lassen sich viele der dort aufgezählten Kompetenzen in besonderer Weise erreichen, wenn die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen wurden.

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Filme: kostenlos & legal in der Schule zeigen

Heute morgen sprach mich in der Schule ein Kollege an, der mich fragte, wie man denn jetzt eigentlich an Filme von der „Kreisbildstelle“ (!) kommt. Ich sagte ihm: „Kein Problem, du kannst alle Filme auf deinen Rechner herunterladen und den Schülern zeigen, neu schneiden, vertonen!“ „Jetzt mal im Ernst!“, entgegnete er. Er konnte sein Glück kaum glauben, als ich ihm klar machte, dass das wirklich geht und das dieses Vorgehen auch noch völlig legal ist (anders als so manche Youtube-Vorführung im Unterricht). Seit Neuestem kann man als nordrhein-westfälischer Lehrer sogar den Schülern einen Code zur Verfügung stellen und sie können sich die Filme zu Hause ansehen.

Die Internetseite, die das ermöglicht heißt EDMOND NRW und ist für alle Lehrerinnen und Lehrer des Landes kostenlos verfügbar. Zunächst muss man sich aber über das eigene Medienzentrum einmalig anmelden. Das geht inzwischen ganz komfortabel online. Die Anmeldung wird vom Medienzentrum überprüft. Fertig!

Wer sich anmeldet, bekommt nun ein Suchfenster gezeigt, mit dem er nach vorhandenen Online-Medien, aber auch nach den im Medienzentrum vor Ort vorhandenen Offline-Medien (wie DVDs) suchen kann. Die folgende Übersicht erklärt, wie sich ein so gefundenes Suchergebnis zusammen setzt:

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Gefällt einem ein Medium, kann man es mit einem (dann grün markierten) Stern auf einer vorläufigen Medienliste (oben rechts) sammeln. Wieviele Medien man bisher aufgenommen hat, kann man der steigenden Anzahl in der Medienliste sehen. So lässt sich z.B. eine Auswahl aus Filmen für die kommende Unterrichtssequenz treffen. Anschließend lässt sich durch einen Klick auf die Medienliste eine inhaltlich-fachliche Medienliste (z.B. zum Thema „Nationalismus“) dauerhaft anlegen.

Klassische Medien laufen aus

Bei manchen Medien gibt es allerdings keinen Download, sondern ein Einkaufswagen-Symbol. Diese Medien sind als Hardcopy im Medienzentrum zu entleihen – wenn es denn noch eines gibt. Bei unserem Medienzentrum im Rhein-Kreis Neuss kann man sich die Medien auch liefern lassen. Wer möchte, kann sich – allerdings nur als Lehrer im Kreis Neuss – die Anschaffung von Medien für Edmond wünschen.

Für Schülerinnen und Schüler auch zu Hause verfügbar

Das Beste kommt zum Schluss: Will ich, dass die Schülerinnen und Schüler im Sinne des Flipped-Classroom-Prinzips die Filme bereits vorbereitend gucken, kann ich ihnen jede beliebige Liste per Mausklick auch zum ansehen zu Hause zur Verfügung stellen. Dazu wähle ich oben unter „Konto“ den Link „EDU-ID“ aus und kann dann mit Hilfe des Buttons eine EDU-ID-Liste, z.B. Klasse 7a oder Leistungskurs Geschichte 13 erzeugen. Diese lässt sich noch mit einem Kommentar versehen: „Hier die Filme, die ihr bis zur Klausur gesehen haben solltet!“ 😉 Die danach erzeugten Codes gibt man nun den einzelnen Schülerinnen und Schülern, die sich auf der Edmond-Seite damit anmelden können. 

Wählt man bei den erzeugten IDs die Ausdruckfunktion, geht es noch viel leichter. Es wird automatisch ein QR-Code (inkl. Integrierter EDU-ID) erzeugt, den man den SuS zeigen kann: Code scannen, Medienliste wählen, Film gucken!

Anleitungen Schritt für Schritt zum Nachlesen

Videotutorials zur Edmond-Nutzung

Wer lieber noch einmal filmisch gezeigt bekommt, wie Edmond funktioniert, kann sich die nagelneuen Videotutorials von Georg Weber ansehen. Er zeigt, wie man recherchiert, Medienlisten anlegt, mit Edu-IDs arbeitet usw. 
Zum schnellen Einstieg verleitet auch die Grafik von Marc Seegers (Medienzentrum Viersen). Wenn Sie darauf klicken, werden Sie zu einer vergrößerten, interaktiven Version weitergeleitet:

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Für Einsteiger: Digitale Medien im Geschichtsunterricht

Für eine LehrerInnen-Fortbildung, die als Einführung in die Nutzung digitaler Medien im Geschichtsunterricht gedacht ist, habe ich eine Präsentation erstellt, die auf die aus meiner Sicht wichtigsten bzw. gängigsten Seiten für Geschichtslehrer jeweils verlinkt. Dank wesentlicher Tipps von von Daniel Bernsen, dessen Blog „Medien im Geschichtsunterricht“ ich natürlich auch aufgenommen habe, hoffe ich, dass es eine gelungene Zusammenstellung ist. Wer kluge Ergänzungen hat, darf diese gerne in den Kommentaren hinzufügen. Ich werde diese dann in die Präsentation integrieren.

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Die Präsentation wurde übrigens mit Hilfe von Bunkrapp.com erstellt, einer sehr guten Seite – noch im Beta-Statium -, mit deren Hilfe man sehr leicht interaktive Präsentationen erstellen kann, die zudem noch gut aussehen. Die Bilder stammen alle von Pixabay.com und sind gemeinfrei.

Nachtrag 24.05.2018

Leider hat die o.a. Seite ihren Dienst eingestellt. Daher habe ich die Seite überarbeitet und neu gestaltet.

Fünf Internetseiten, die ich als Geschichtslehrer unbedingt kennen sollte

Als Geschichtslehrer bin ich immer wieder auf der Suche nach interessanten Internetseiten, mit denen sich besondere Ideen verwirklichen lassen. Fünf davon möchte ich hier kurz vorstellen:

TIPP 1: Selbstgesteuert Lernen im Geschichtsunterricht

seguhint10Auf der Lernplattform segu finden Schülerinnen und Schüler zahlreiche Lernmodule für den Geschichtsunterricht. Die Lernaufgaben sollen selbstständig am besten in kleinen Teams von zwei oder drei Schülerinnen und Schülern bearbeitet werden.

TIPP 2: Geschichtskarten – jeder Ort, jede Zeit, selbst gewählt

Besonders zur Darstellung von Veränderungsprozessen eignet sich die Plattform Geacron. Die Kombination aus Zeitleiste und Weltkarte (mit Zoomfunktion) ermöglicht Unterrichtenden im Fach Geschichte Karten zu beliebigen Zeitpunkten und Entwicklungen darzustellen. Dabei lassen sich die Karten zudem online auch noch in beliebige Kontexte integrieren (so wie hier unten) und verändern.

http://geacron.com/map/atlas/embed.html?lang=de&w=300&h=300&z=5&x=12.041018793776&y=49.691796724684&nd=0&d=1990A1992&tm=p&ly=yyyy

Tipp 3: Interaktive Zeitleisten einfach online selbst erstellen

Immer wieder ist nützlich im Geschichtsunterricht gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern oder kollaborativ Zeitleisten zu erstellen. Das lässt sich mit der Internetseite „The history project“ sehr gut machen. Dabei ist die Seite eigentlich darauf angelegt, eine persönliche History-Timeline zu erstellen, aber es lassen sich auch zu allen anderen Themen Zeitleisten mit beliebig vielen Ereignissen erstellen. Diese Ereignisse kann man mit Bildern versehen, kommentieren, Videos einfügen und auf einer Karte interaktiv verorten. Allerdings ist eine personalisierte Anmeldung erforderlich.

Tipp 4: Flipped Classroom mit der Khan Academy

Leider nur in englischer Sprache, aber dennoch z.T. großartig sind die Videos zur Geschichte der Khan Academy, die hier (nach Anmeldung) verfügbar sind. Zu allen historischen Themen gibt es hier gut strukturiert passende Videos.

Tipp 5: Daniel Bernsens Blog zu Medien im Geschichtsunterricht

Theoretisch fundierte Ideen für den Einsatz von digitalen Medien im Geschichtsunterricht bietet der Koblenzer Fachdidaktischer Daniel Bernsen in seinem Blog. Sehr empfehlenswert.

 

 

Nicht nur englisch kommuniziert …

„An diesem Tag können Sie Ihre Klasse mit auf ein Abenteuer nehmen. Mit über 100000 Schülerinnen und Schülern weltweit, in mehr als 3000 Schulen und über 62 Nationen.““

Dieser Ankündigung des amerikanischen Lehrers Jason Elsom konnte man eigentlich kaum widerstehen und so wurde schon vor über einem halben Jahr meine Bewerbung um die Teilnahme am „“Abenteuer““ auf den Weg gebracht. Ziel war es, möglichst viele Klassen weltweit in einem Online-Video-Chat miteinander in Kontakt zu bringen. In diesem Jahr wurden es tatsächlich über 100000 Schülerinnen und Schüler – und meine Klasse gehörte dazu. Kurz vor dem Termin am 19. November 2015 erfuhr meine Lerngruppe, mit welcher Klasse sie in Kontakt treten würden: Schülerinnen und Schüler der Lazuardi School im indonesischen Bandung, mehr als 11000 km entfernt von uns. 

Nach intensiven Chat-Vorbereitungen und einem ersten Technik-Check durch die beiden Lehrkräfte, Mahrukh Bashir und mich, konnte am 19.11.2015 um 8 Uhr europäischer Zeit das Abenteuer beginnen. War die Sonne in Deutschland zu diesem Zeitpunkt kaum aufgegangen, so hatten die Schülerinnen und Schüler in Indonesien schon zu Mittag gegessen, den novemberkalten 12 C in Deutschland standen beneidenswerte 32 °C in Bandung gegenüber.

Wer möchte, kann sich mit Hilfe des Films auf der Schulhomepage einen ersten Einblick in das Online-Gespräch verschaffen: Schülerinnen, die völlig selbstverständlich englisch reden, eine Klasse, die sich wirklich traut für eine andere Klasse die Nationalhymne zu singen und Fragen, die den Alltag der jeweils anderen Klasse beleuchten, waren nur der Anfang dieser halbstündigen Kennenlern-Session. Geplant ist im Rahmen eines Projekts zum Thema Globalisierung im Gesellschaftslehre-Unterricht über den Rückgang des Regenwaldes und die Pflanzung von Palmölplantagen, aber aber auch über die Rolle der Religion in dem Land zu sprechen, in dem weltweit die meisten Muslime leben.

Wer Lust bekommen hat beim nächsten Mal dabei zu sein, kann sich auf der Seite anadventure.org ganz einfach registrieren, bei twitter gibt es Informationen und gelungen Kontakte unter dem Hashtag #anadventure und mit etwas Glück heißt es dann im nächsten Jahr auch dort „Hi, how are you?“

10 Argumente für Tablets statt Notebooks. Eine Meinung

Aufgrund der Frage eines Schulleiters, ob es gute Argumente für den Einsatz von Tablets anstelle von Notebooks im Unterricht gibt, möchte ich die wichtigsten Argumente aus meiner Sicht anfügen:

  1. Tablets lassen sich in jedem Fach auch für kurze Phasen in den Unterricht integrieren. Im Gegensatz zu Notebooks starten Tablets unmittelbar und sind somit sofort einsetzbar. Sie können auch für kürzere Arbeitsphasen sinnvoll eingesetzt werden. Bei Nichtnutzung legen die SuS die Geräte umgedreht auf die Tische.
  2. Tablets ermöglichen es, sich auszusuchen, wo man lernt. Da die Geräte flexibel sind, kann jeder Schüler selbst entscheiden, wo er mit dem Gerät lernt. Ob in der Bibliothek, im Klassenraum oder auf dem Schulhof – der Lernort kann frei gewählt werden.
  3. 2015-09-24 16.54.34Tablets sind leicht und lassen sich ohne Aufwand und in beliebige Stückzahlen unterteilt transportieren. Auch größere Mengen Tablets müssen nicht mit einem sperrigen Wagen durch die Schule transportiert werden, sondern können, mal in 10er-Packs für eine Gruppenarbeit (verteilt auf drei Klassen), mal in 30er-Stückzahl für die Einzelarbeit im Klassenverband in der Schule in der Schule eingesetzt werden, je nach den Erfordernissen, die durch Inhalte, Lehrpläne und die Wünsche von Lehrern und Schülern formuliert sind.
  4. Auf Tablets gibt es zahlreiche Apps speziell für den unterrichtlichen Gebrauch von Lehrern und Schülern. Es gibt natürlich auch Programme für Notebooks, die sinnvolle unterrichtliche Arbeit ermöglichen, aber die Auswahl an didaktischen Apps ist unübertroffen. Seien es Apps für die Produktion von Büchern, Filmen, Fotos, Musik – einfach und intuitiv bedienbar sind diese Apps für Schüler allemal und damit bleibt für den wichtigen Fachunterricht mehr Zeit.
  5. Wer Fachunterricht digital stützen möchte, ist mit Tablets besser bedient. Will man das Fach Informatik unterrichten, würde ich mit Einschränkungen Notebooks oder feste Computer empfehlen,  für die üblichen Einsätze im Deutsch- oder Mathematikunterricht, im Fach Gesellschaftslehre oder Physik … Es geht hier immer um Lektüre und Recherche, produktive und kreative Arbeit, interaktives Üben, Kollaboration oder die Dokumentation von Unterrichtsinhalten. Hier ist das Tablet die bessere Wahl, weil es flexibler zu nutzen ist.
  6. Tablets ermöglichen einfache, intuitive Multimedia-Produktion. Im Gegensatz zu Notebooks lassen sich die viel mobileren Tablets auch für Film- und Fotoproduktion, Tonaufnahmen an allen gewünschten Orten verwenden, sei es zum Zeitzeugeninterview im Altenwohnhaus oder zum Actiondreh im Sportunterricht. Damit lassen sich unterrichtliche Projekte in schneller und einfacher Form verwirklichen, ohne viel technisches Vorwissen.
  7. Tablets eignen sich inzwischen sehr gut für die Textverarbeitung. Es gibt inzwischen außer gängigen Office-Lösungen zahlreiche auf schulische Vorgehensweisen spezialisierte Apps (z.B. Notability), die gute Textarbeit – handschriftlich und getippt – ermöglichen. Ohne Probleme lassen sich inzwischen auch Tastaturen anbinden, sodass die Argumentation von Christoph Pallaske aus dem Jahr 2012 mir inzwischen nicht mehr recht überzeugend erscheint.
  8. iPads lassen sich zentral pflegen. Im Gegensatz zu Notebooks lassen sich die Apple-Tablets – und bisher nur diese – durch eine zentrale Software auf einen Rutsch verwalten. Der Aufwand für eine solche Verwaltung auf Notebooks scheint mir höher.
  9. Von Tablets lässt sich gut präsentieren. Ob mit dem iPad, einem Android-Tablet oder mit einem Surface: Mit Hilfe kabelloser Empfänger lassen sich alle Schülerergebnisse problemlos von jedem Schülerplatz aus mit dem Beamer präsentieren. Ohne Kabel!
  10. Die Akkulaufzeit von Tablets ist hoch. Wer ein Notebook mit einer einem Tablet vergleichbaren Akkulaufzeit (10 Stunden) kaufen möchte, landet leicht bei Kaufpreisen von über 1000€.

Weitere Argumente für den Einsatz von Tablets bietet der Film zum Mobilen Lernen, der in Kürze im Rhein-Kreis Neuss auch online auf der EDMOND-Plattform verfügbar ist.

Die wichtigsten iPad-Apps für Schülerinnen und Schüler

Auf dieser Seite möchte ich ganz subjektiv die wichtigsten Apps für den Unterricht mit iPads kurz vorstellen und erläutern. Die Apps und Links auf dieser Seite werden stetig überarbeitet und ergänzt. Ich bitte aber auch die Linksammlung unten auf der Seite zu beachten, die zu vielen weiteren großartigen Quellen verweist!

App-gesteuerte Kollaboration

Interaktives Lernen und Arbeiten

Vor allem gibt es in diesem Bereich aber ein immer größer werdendes Internetangebot, das mit den Tablets im Unterricht jederzeit genutzt werden kann.

Produktions- und Handlungsorientierung 

FILM

Recherche für Unterrichtszwecke

Dokumentation und Präsentation von Unterrichtsergebnissen

  • PoppletDownload – mehr als Mindmapping
  • PreziDownload – Prezis nutzen
  • MindmasterDownload – Mindmapping
  • Pages – bereits enthalten  – Textverarbeitung
  • DocumentsDownload – Dateiverwaltung, mit dem Browser lassen sich aber auch Edmond-Videos herunterladen
  • Thing LinkDownload – Bilder beschriften, auch mit Links

Nutzung medialer Vielfalt

iPads für die Lehrerhand

  • FileBrowserDownload – alle Dateien im Überblick
  • TeacherToolDownload – Noten, Kurshefte, Fehlzeiten
  • minu timerDownload – „noch 10 Minuten“
  • PlickersDownload – cool für schnelle Tests und Abstimmungen

Weiterführende Links

Regeln für die Nutzung digitaler Endgeräte

Bildschirmfoto 2014-12-05 um 21.33.50Will man sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler sich in der Schule bei der Nutzung digitaler Endgeräte an die Regeln halten, sollte man diese Regeln auch klar machen.

Auf dem Blog „iPads for schools“ gibt es eine schöne bunte Übersicht dazu, die man mit digital Lernenden zur Gesprächs- und Arbeitsgrundlage machen kann. Hier gibt eshttp://it.kultus-bw.de/,Lde/Startseite/IT-Sicherheit/mobile die deutsche Übersetzung:

Rechte und Pflichten – Schule und Schueler

Zur weiteren Bearbeitung

Seit Neuestem gibt es auch Infos beim Kultusministerium Baden-Württemberg mit zahlreichen Vorlagen. Wirklich gut sind aber auch die Österreicher. Auf der Seite schule.at gibt einen wunderbaren Leitfaden „Checkliste Tabletklasse!“ und in diesem Zusammenhang auch einer wunderbar anzupassendes Dokument mit einer „Verhaltensvereinbarung“ zwischen Schülerinnen und Schülern einerseits und Lehrenden andererseits. Absolut praxistauglich!

Moodle für absolute Anfänger

Hinter dem dem kleinen Wort Moodle verbirgt sich eine internetbasierte Lernplattform, die jeder Lehrer in seinem Unterricht einfach und flexibel nutzen kann. Ob den Schülern Links auf Internetseiten, Dokumente oder Filme zugänglich gemacht werden sollen, ob sie Tests oder komplexe Aufgaben lösen müssen oder mit Schülern einer Partnerschule diskutieren möchten, Moodle macht all das auf einfache Weise möglich.

Warum ist der Einsatz von Moodle sinnvoll?

In zwei wesentlichen Bereichen ist der Einsatz von Moodle dabei interessant und wichtig. Zum einen lässt sich die private Zeit von Schülern, die immer deutlicher auch an Computer und neuere Medienangebote gebunden ist, mit einem System wie Moodle für fachliche Zwecke nutzen. Zum anderen ermöglicht Moodle aber eine integrierende Einbindung sämtlicher in der Vermittlung historischen Geschehens verwendeter Medien (Texte, Filme, Tondokument, Fotos, historischer Gemälde, Karten) in einem übersichtlichen und einfach zu verwendendem System, mit dem Bezüge etwa zwischen Texten und Filmen gut und überzeugend dargestellt werden können. Zudem bleiben sämtliche eingestellte Materialien für die Schüler langfristig auch für die Nachbereitung verfügbar. Schließlich ermöglicht Moodle durch die zahlreichen kooperativen Aktivitäten (etwa die gemeinsame Arbeit an einem Text oder die Diskussion in Foren) spezifisch historische Herangehensweisen an diese Materialien.

Materialien anbieten, Aktivitäten einfordern

Wenn ein Moodle-Kurs erstellt wird, enthält er zunächst keine Inhalte, aber er bietet – wie Hilbert Meyer es für reale Unterrichtsräume vorsieht – eine vorbereitete Umgebung, in der eine überzeugende Grundstruktur eine übersichtliche, verlässliche Ordnung bietet, die den Schülern bei regelmäßiger Nutzung die Orientierung erleichtert. Die Inhalte für den Kurs kann jeder Lehrer selbst zusammenstellen und so die Kursschablone mit Bildern oder Karten, Texten und Informationen individuell gestalten und füllen. Dabei kann er einerseits Materialien einstellen, andererseits den Schülern Aktivitäten ermöglichen.

Nutzerabhängige Zugangsberechtigung

Diese Inhalte sind bei Moodle nur für zugelassene Nutzer zugänglich. Wollen Schüler die Materialien nutzen, müssen sie sich mit ihrem Namen anmelden und können nur dann in den Kurs, wenn der Lehrer ihnen den Zugang ermöglicht.

Materialien einstellen

Um in Moodle Materialien zur Verfügung zu stellen, muss der Unterrichtende lediglich den Block im Kurs auswählen, den er mit Inhalt füllen möchte. Dort kann ein Link eingefügt werden, der dann auf eine Quelle oder einen Sekundärtext (als PDF oder auch im Word-Format), auf historische Karten, Gemälde oder Fotografien, einen Film (etwa in der ZDF-Mediathek), eine Brandt-Rede, das Lied „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ oder etwa eine schöne Animation zu Napoleons Kriegstaktik verweist; alle Medien lassen sich im Kurs abspielen, sind damit an einer zentralen Stelle für alle verfügbar. Auch Internetseiten mit historischen Materialien (etwa eine Seite des LeMo-Seite des Deutschen Historischen Museums oder Auszüge aus den Informationen zur Politischen Bildung) können so höchst komfortabel eingebunden werden. Dabei können diese Materialien entweder vom Lehrer im Bereich eines Kurses hochgeladen werden oder es wird einfach auf andere Internetressourcen verlinkt.

Aktivitäten einfordern

Seine eigentlichen Stärken entfaltet Moodle aber erst bei Nutzung der zahlreichen Aktivitäten. Schülern können etwa Aufgaben gestellt werden, die sie (z.B. als Hausaufgabe) schriftlich bearbeiten müssen. Man kann ihnen ermöglichen Dateien (etwa eine Präsentation) hochzuladen. Der Lehrer hat damit einfachen Zugriff auf alle Arbeitsergebnisse, kann diese online benoten, die Schüler sehen jeweils nur ihre eigenen Arbeitsergebnisse und ihre Bewertungen.

Will man hingegen, dass Schüler auch die Ergebnisse ihrer Mitschüler sehen oder miteinander an einem Thema arbeiten, kann man sie in Gruppen einteilen und gemeinsam an Wikis arbeiten lassen. Auch die Arbeit in Foren kann kooperatives Arbeiten sinnvoll initiieren. Ein digitales Glossar, in dem historische Fachbegriffe im Verlauf einer Unterrichtssequenz gesammelt und von den Schülern erklärt werden sollen, rundet diesen Bereich ab.

Sollen die Schüler Schritt für Schritt einen Themenbereich erarbeiten, will man ihnen eventuell eine individualisierte Arbeitstiefe ermöglichen, lässt sich das mit Hilfe einer Lektion einfach realisieren.

Zudem stellt Moodle dem Pädagogen eine Test-Funktion zur Verfügung, die verschiedenste Frage- und Antwortmöglichkeiten erlaubt, vom einfachen Multiple-Choice-Test, die automatisch ausgewertet werden können, bis hin zu echten Freitext-Antworten, deren Bewertung noch vom Unterrichtenden vorgenommen werden muss. Will man bestehende Online-Aufgaben (sog. Hotpotatoes) übernehmen, lassen sich diese in den Kurs integrieren, Schülerergebnisse bekommt der Lehrer dann auch angezeigt.

Schließlich sei das Feedback-Formular erwähnt, mit dem zu allen Fragen und Themenbereichen die Rückmeldung der Schüler eingeholt werden kann. Die übersichtliche und strukturierte Auswertung für den Lehrer übernimmt dabei Moodle.

Moodle regelt den Zugang zum Kurs so, wie der Lehrer es einstellt, das heißt, dass nur diejenigen Zugang haben, denen der Lehrer es vorher gestattet hat. Auch Sie müssen sich deshalb anmelden. Sie sehen diesen Kurs dann aus der Sicht eines Schülers, Sie dürfen alle Funktionen auch jederzeit aus Schülersicht ausprobieren.

Links

Weitere Informationen erhalten Sie im kostenlosen und trotzdem guten eBook „Am Anfang steht der leere Kurs“.

Sehr empfehlenswert ist der Moodle-Selbstlernkurs des österreichischen EduMoodle. Hier lernen Sie alle Aspekte von A-Z!

Eine gute Einführung in Moodlefindet sich auch bei der Lehrerfortbildung Baden-Württemberg.

Auf den Demoseiten der Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg lassen sich auch gezippte Kurse herunterladen. Auch in der Schaubude des Landesamts für Pädagogik und Medien lassen sich Kurse ansehen und (jeweils im Kurs) herunterladen (Anmeldung erforderlich).

Pimp your Moodle – Web 2.0 in Moodle nutzen

Wikipedia bezeichnet den Begriff „Web 2.0“ als „ein Schlagwort, das für eine Reihe interaktiver und kollaborativer Elemente des Internets […] verwendet wird. Hierbei konsumiert der Nutzer nicht nur den Inhalt, er stellt als Prosument selbst Inhalt zur Verfügung. […] Die Verwendung des Begriffs nimmt jedoch zugunsten des Begriffs Social Media ab.“ In der Fortbildung geht es um die Einbindung dieser Elemente, entweder zum Zwecke der Nutzung für den Unterricht oder aber um den Schülerinnen und Schülern echt interaktiv zu arbeiten. Youtube beispielsweise ermöglicht einerseits die Nutzung von filmischen Inhalten, eröffnet aber andererseits auch die Chance eigenes Material online zu stellen.

Mit den folgenden Web-2.0-Angeboten wird in der Fortbildung gearbeitet. Prinzipiell funktioniert die Einbettung der Angebote immer gleich. Zunächst findet man den entsprechenden Einbettungscode (HTML-Code), kopiert diesen und fügt ihn dann in Moodle an der passenden Stelle – z.B. im Rahmen einer Aufgabe – ein. Das geht einfach, wie das folgende Video zeigt:

Virtuelle Vergangenheit: Google Maps

Mit Google Maps, dem Kartendienst von Google lassen sich nicht nur Karten, sondern mit Hilfe von Google Street View auch Straßenzüge anzeigen. Das lässt sich mindestens für den gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht sinnvoll nutzen.

Die Kölner Plattform Segu – selbstgesteuert-entwickelnder Geschichtsunterricht – zeigt beispielhaft, wie man im Unterricht sinnvoll mit Google Earth arbeiten könnte.

Üben, üben, üben: Quizlet

Quizlet_logoEine wirklich gute Plattform, mit der sich einfach Karteikarten zum Vokabellernen erstellen lassen, ist Quizlet. Vor allem die Tatsache, dass von vielen in Deutschland genutzten Fremdsprachenbüchern zahlreiche Übungen bereits online verfügbar sind, ist sicherlich vorteilhaft. Aber auch für andere Fächer lässt sich Quizlet nutzen.

Ob Sie nun Ihre Schülerinnen und Schüler mit Karteikarten lernen lassen wollen oder eine der anderen Spiel- und Übungsformen (etwa die interaktive Zuordnungsübung), präferiert werden, bleibt Ihnen überlassen. Die verschiedenen Einbettungscodes für die unterschiedlichen Übungensformen findet man unter More/Embed.
Wer möchte, kann seine Schülerinnen und Schüler übrigens auch als Gruppe auf der Plattform eintragen, dann können Ergebnisse gesichtet werden.

Wohlfühlüben: Learning Apps

learningappsEine weitere Möglichkeit etwas bunter und ansprechender gestaltete interaktive Übungen in Moodle zu integrieren sind die sogenannten Learning Apps. Ganz ohne kommerzielle Interessen von der Pädagogischen Hochschule in Bern entwickelt, stellt dieses Online-System eine erstklassige Plattform für Übungen zusammen. In großartiger Weise können mit Moodle die „Bausteine […] in ein entsprechendes Unterrichtsszenario eingebettet werden“ (learningapps.org). Ob man nun selbst Übungen beisteuern möchte – das geht ganz einfach – oder nur die vorhanden Übungen nutzen will, die Einbettung in Moodle funktioniert einfach, indem man nach dem Öffnen einer Übung unten rechts (hinter dem Wort Einbetten:) den HTML-Code kopiert.

Coole Präsentationen: Prezi

preziWikipedia schreibt: „Prezi ist ein plattformunabhängiges cloud-abhängiges Präsentationsprogramm. Mit der Software kann auf Basis der Flash-Technologie eine Präsentation auf einem virtuellen, unendlich großen Blatt Papier erstellt werden, auf dem man sich durch Maussteuerung bewegen sowie hinein- und heraus zoomen kann.Auch hier gilt: selbstgemacht oder „geklaut“, Prezis lassen sich in Moodle nutzen. Auf der Startseite versuchen die Prezi-Mitarbeiter einen zu einer kostenpflichtigen Nutzung zu bringen, es geht aber auch ohne.

Gemeinsam sind wir stark: Etherpads

etherpadWollen Sie, dass Ihre Schüler gleichzeitig und gemeinsam an einem Text arbeiten können? Dazu eignen sich Etherpads. Ein Etherpad erlaubt es mehreren Nutzern gleichzeitig einen Text zu bearbeiten, der bei allen Teilnehmern gleichzeitig sichtbar wird.

Einen ersten Versuch können Sie auch mit Titanpad starten. Dazu legen Sie ein eigenes Etherpad an und laden z.B. per Mail andere Benutzer zur Mitarbeit ein. In Moodle lässt sich ein solches Etherpad einfach integrieren, indem man auch hier wieder den Code kopiert und einfügt.

Virtuelle Seifenblasen: bubbl.us

Bei bububblbbl.us handelt es sich um eine kleines Tool, mit dem sich in einer Art Mindmap Ideen sammeln und online zusammenstellen lassen.

Gemeinsam an der interaktiven Tafel: Groupzap

groupzapInteraktive Tafeln haben sich in vielen Schulen schon durchgesetzt, mit Groupzap können Sie eine solche Tafel zur Livebearbeitung in Ihren Moodlekurs integrieren.

Kleine Ansagen mit dem Avatar: Voki

Einen kurzen Text können Sie durchaus von einem Avatar diktieren lassen, auch wenn diese Anwendung sich sicher eher für kleine Nettigkeiten eignet. Probieren Sie es aus. allerdings ist hier eine Anmeldung nötig, damit man überhaupt einen Avatar erstellen kann.

Fazit

Insgesamt lässt sich sagen, dass es bei vielen der vorgestellten Seiten ein kostenloses Angebot zum Ausprobieren gibt, andererseits aber auch ein meist gestaffelte kostenpflichtiges Angebot verfügbar ist. Der Vorteil daran ist, dass man gefahrlos alle Funktionen ausprobieren kann. Hält man das Angebot für unverzichtbar – wie immer schon bei der Abschaffung von Schulbüchern – ist man u.U. Ja auch bereit die Kosten zu übernehmen.

Weiterführende Links

Eine erstklassig erschlossene Auswahl von Web-2.0-Anwendungen, sortiert nach typischen Situationen in der Schule gibt der Krefelder Gesamtschullehrer Alfons Musolf auf seiner Internetseite. Hinter den Links verbergen sich teils umfangreiche Erläuterungen und sinnvolle Erklärungen.

Eine amerikanische Seite, auf der amerikanische Kollege David Kapuler die fünfzig wichtigsten Seiten mit Web 2.0-Anwendungen im schulischen Bereich zusammengestellt hat (engl.)

Bunte Internetseite desselben Autors bei Pinterest, die eine gute Übersicht über Web 2.0-Anwendungen in der Schule gibt.

Blog des Amerikaners Jeff Dunn (Stand 2011, zum größten Teil aber immer noch aktuell) mit guten Beschreibungen von „classroom tools“ (engl.).

Eine gute Übersicht über Web-2.0-Anwendungen und ihren Unterrichtseinsatz bietet auch der österreichische Bildungsserver.

Letzte Fortbildungstermine

18.03.2014 – Dormagen
24.09.2014 – Kamp-Lintfort

Sie können diese Fortbildung in NRW für Ihre Schule kostenlos buchen beim Kompetenz-Team Neuss.