„Kulturzugangsgeräte“ sind auf dem Schulgelände verboten

Dieser Beitrag erscheint in dieser Woche in der Zeitschrift „Integrierte Schulen aktuell“ 4/2017. Ziel der Übersicht ist es eine grobe Skizze dessen, was praktisch mit digitalen Medien im Unterricht schon jetzt möglich ist, zu entwerfen sowie einen kleinen Einblick in die daraus erwachsenden Erfordernisse der Lehrerausbildung und -fortbildung unter den Bedingungen der Digitalisierung zu umreißen.

Wie Kommunikation, Kooperation, Kreativität und kritisches Denken als Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts verwirklicht werden können

Die heutige Unterrichtsstunde im Fach Geschichte startet mit Fotos von Kriegerdenkmälern. Diese haben die Schülerinnen und Schüler am Tag zuvor mit dem Handy in ihren Heimatgemeinden aufgenommen und präsentieren und untersuchen sie nun anhand vorgegebener Untersuchungskriterien mit ihren Mitschülern. Die anschließende Diskussion ist, nicht zuletzt aufgrund des Einsatzes der eigenen digitalen Geräte, aber auch mit Blick auf die Fotos aus dem eigenen Umfeld hochkonzentriert und zielgerichtet. Die Geräte machen eine zeitnahe, unaufwändige Nutzung von digitalen Schülerergebnissen einfach.

Die kleinen Taschencomputer ermöglichen eine Nutzung, die vor allem die zentralen Kompetenzen für das Leben im 21. Jahrhunderts ermöglichen: Kommunikation mit Menschen in aller Welt, Kooperation (auch) mit Hilfe digitaler Tools, Kreativität nicht allein bei der Erstellung von Texten, Fotos, Filmen oder interaktiver Formate werden durch Smartphones und Tablets so einfach wie noch nie. Auch kritisches Denken ist angesichts von Fake-News und Klimawandelleugnern für den mündigen Bürger des 21. Jahrhunderts unverzichtbarer denn je. Diese „Vier K“ (Kommunikation, Kooperation, Kreativität und kritisches Denken) bezeichnet der deutsche PISA-Papst Andreas Schleicher als höchste Bildungsziele.

Dass Computer, also auch Smartphones und Tablets in unserem Jahrhundert als wichtige „Kulturzugangsgeräte“ (Lisa Rosa) fungieren, eröffnet neue Horizonte. Dabei müssen Schülerinnen und Schüler auch lernen, welches kreative, kooperative und kommunikative Potential ihre tagtäglichen elektronischen Begleiter ihnen eröffnen und wie sie kritisch die von ihnen genutzten Inhalte einordnen können. Da sind alle Lehrerinnen und Lehrer – wie gut oder schlecht sie auch immer mit diesen Geräten umgehen können – ohne jeden Zweifel gefordert, diese Entwicklung zu begleiten und voran zu treiben.

Einige Beispiele der Nutzung digitaler Endgeräte möchte ich im folgenden kurz anreißen.

Kreativer Einsatz z.B. durch Filmproduktion

So können Schülerinnen und Schüler im Unterricht selbstständig Filme erstellen. Ob Szenen aus einem Jugendroman, der gesamte Roman verkürzt als Film-Trailer oder ob Gedichte oder chemische Reaktionen mit Hilfe einer StopMotion-App in kleine Filme umgesetzt werden, immer können auch die Endgeräte der Schüler genutzt werden. Meine Schüler erstellen zum Beispiel häufig Erklärvideos. So kann etwa mit Hilfe der App Touchcast auf einfache Art ein komplexes, interaktives Video erstellt werden. Dabei wird zunächst ein Text für den integrierten Teleprompter verfasst, im Hintergrund können per Green-Screen-Effekt (ich nutze dazu meist Ikea-Decken) historische Settings eingeblendet werden und während der Filmaufnahme lassen sich verschiedenste interaktive Elemente integrieren (von GoogleMaps bis hin zum inhaltlich passenden Youtube-Video). Überhaupt lassen sich Schülerinnen und Schüler per Greenscreen sehr leicht an historische Orte oder in fremde Länder oder Städte versetzen. Auch innerhalb von Gemälden oder Karikaturen kann sich ein Lernender frei bewegen, um die einzelnen Elemente zu erläutern.

Nicht in jedem Unterricht bietet es sich an, die erstellten Inhalte auch in digitalen Portfolios zu sammeln, sei es lokal in selbst erstellten, interaktiven Büchern (dazu bietet sich etwa eine App wie BookCreator an) oder aber in digitalen Online-Portfolios (wie z.B. Mahara). Interessant ist jedoch, dass sich alle erstellten Inhalte immer auch weiterverarbeiten lassen und auch in neuen Kontexten nutzbar sind – von der Homepage bis zur Online-Präsentation. Auch für zukünftige Bewerbungen ist dies sicher sinnvoll.

Individuelle Lernwege und Übungen ermöglichen

Wenn man konsequent Smartphones als „Kulturzugangsgeräte“ begreift, erscheint es nur sinnvoll, sie im Unterricht regelmäßig zu nutzen. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler – egal ob im binnendifferenzierten Unterricht oder z.B. bei der Arbeit an Projekten oder in Lernbüros – in den Lehrplänen formulierte Inhalte mehr oder weniger selbständig erarbeiten. Die Inhalte, die das weltweite Netz bietet, nutzen die meisten Lehrerinnen und Lehrer inzwischen regelmäßig zur Unterrichtsvorbereitung. Warum sollte man diese Ressourcen den Schülerinnen und Schülern nicht unmittelbar zur Verfügung stellen?

Der einfachste Weg auf konkrete Angebote im Netz zu verweisen, geht bei mir über QR-Codes. Die kleinen quadratischen Codes lassen sich höchst einfach auch von Laien erstellen (z.B. mit Hilfe der Seite goqr.me ) und können dann in jedem Unterrichtsmaterial aufgenommen werden. So können Sie Übungen aus dem Buch mit interaktiven Übungen im Netz ergänzen, aber auch ganze digitale Lernpfade erstellen, die von Lernenden selbständig nach und nach erarbeitet werden können. Im binnendifferenzierenden Klassenunterricht lassen sich Zusatzmaterialien – z.B. Youtube-Videos zum Thema – schnell und individuell an den Lerner bringen. Auch multimediale Vokabelübungen (z.B. mit Hilfe der Seite Quizlet) lassen sich so in den Unterricht einbinden.

Kleine Tools wie Learningsnacks ermöglichen es sogar individuelle Lernpfade in einer Art Chat abzubilden. Auch hier lassen sich verschiedenste Inhalte aus dem Internet einfach einbinden.

Interaktive Übungen muss man dabei als Lehrender nicht selbst entwickeln. So finden sich zahlreiche Übungsformen – vom Memory bis zum interaktiven Lückentext – für alle Fächer auf der Schweizer Seite LearningApps, die übrigens keine kommerziellen Interessen verfolgt. Ähnliche Übungen lassen sich mit Hilfe der Seite H5P erstellen, bis hin zum mit Arbeitsaufträgen gespickten Online-Video. Vokabeln und Fachbegriffe können mit Hilfe von Quizlet mit verschiedenen Übungsformen trainiert werden. All dies lässt sich zu Strukturierungszwecken auch in Lehrplattformen wie Moodle integrieren.

Kooperative Arbeitsformen digital gestützt

Gruppenarbeiten lassen sich auch zu Hause organisieren, wenn Schüler an einem sogenannten Etherpad arbeiten. Dabei handelt es sich um eine Art Online-Textverarbeitung, bei der mehrere Personen gemeinsam, ja sogar gleichzeitig an einem Text arbeiten können.

Wenn Textproduktion nicht ausreicht und etwa (selbstproduzierte) Bilder, Filme oder andere Dateien auf einer gemeinsamen Seite zusammengestellt werden sollen, bietet sich ein sogenanntes Padlet an, eine Art Online-Pinnwand, auf der verschiedene Nutzer ihre digitalen Ergebnisse anpinnen können. So kann ein Brainstorming durchgeführt werden, Inhalte können gleichzeitig erarbeitet oder ergänzt werden, in arbeitsteiligen Gruppenarbeiten können alle Ergebnisse an einem zentralen Ort gesammelt werden. Und falls die Ergebnisse öffentlich gemacht werden sollen, wäre auch dies denkbar – etwa wenn mit Austauschschülern der Partnerschule gemeinsam Ergebnisse erarbeitet wurden.

Aber auch etablierte kooperative Arbeitsformen wie die Placemat lassen sich mit Hilfe der Endgeräte der Schülerinnen und Schüler leicht digital umsetzen. Hier kann jeder Schüler einen anderen Arbeitsauftrag erhalten, indem sich auf jedem Feld ein unterschiedlicher QR-Code befindet. So lässt sich mit Hilfe der Smartphones der Schülerinnen und Schüler ein multiperspektivisches Bild verschiedenster auch aktueller Themen erarbeiten.

Ein Beispiel für Kommunikation über das Klassenzimmer hinaus

Wenn ich Schülerinnen und Schüler meiner letzten 10. Klasse heute frage, woran sie sich aus meinem Unterricht noch erinnern, fällt vielen als erstes der Video-Chat mit einer Klasse in Indonesien ein. Es ging im Gesellschaftslehre-Unterricht um Asien und durch Zufall wurde mir im Rahmen eines Projektes zum Chat eine Klasse in Indonesien zugelost. Dabei konnten wir per Skype etwa eine Doppelstunde – als Klasse, nicht individuell, weil die WLAN-Versorgung mehr leider nicht hergab – mit einer Klasse in Indonesien sprechen. Natürlich auf Englisch. Auch Experten lassen sich so per Chat in den Klassenraum holen.

Kritische Denkkompetenz

Die kritische Auseinandersetzung mit gedruckten, audiovisuellen oder auditiven Medien ist seit jeher Bestandteil, wenn nicht zentrales Ziel des Unterrichts verschiedener Fächern. Dieser kritische Umgang mit Medien, etwa die Analyse, der Vergleich, das Wissen um Produktionsprozesse, Propaganda oder Manipulation ist in Zeiten, in denen Schülerinnen und Schüler tagtäglich verschiedenste Informations- und Kommunikationskanäle online nutzen, eine unabdingbare Voraussetzung für die reflektierte und informierte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und muss in der Schule mehr denn je auch in Bezug auf Online-Angebote erarbeitet werden. Schülerinnen und Schüler brauchen gut trainierte kritische Denkkompetenzen. Nicht mehr das Fehlen von Wissen ist schließlich heute unser Problem, sondern die kluge Auswahl, Gewichtung und sinnvolle Verarbeitung von Information.

Ziel: Medienkompetenz in all ihren Facetten

Bei der klassischen Definition von Medienkompetenz durch den Bielefelder Erziehungswissenschaftler Dieter Baacke werden vier verschiedene Bereiche unterschieden: (1) die Mediengestaltung d.h. die kreative Gestaltung und Veränderung von Medien, (2) die Mediennutzung, das ist die Fähigkeit als Nutzer, aber auch aktiv mit Medien umgehen zu können, (3) die Medienkunde, also das Wissen darüber, welche Medien es gibt und wie Medien bedient werden und nicht zuletzt (4) die Medienkritik, also das analytische oder selbstreflexive Nachdenken über Vor- und Nachteile von Medien, die eben genannte kritische Denkkompetenz. Der Medienpass des Landes NRW, dessen Neuauflage vor einigen Wochen erschienen ist, erwartet von uns Lehrern die praktische Umsetzung dieser Kompetenzen. (Diese Bereiche finden sich selbstverständlich allesamt in den Kompetenzbereichen des Medienpasses NRW wieder).

Herausforderung für Lehrerinnen und Lehrer: technologische Kompetenz

Als Lehrende sind wir bisher gewohnt, dass wir unsere fachlichen Inhalte didaktisch aufbereiten. Mit dem unaufhaltsamen Einzug digitaler Medien auch in die Klassenzimmer, sind wir zusätzlich herausgefordert. Bisher waren Bücher das Leitmedium im Unterricht, über kurz oder lang werden aber nicht mehr Texte allein den Unterricht bestimmen.

Das Modell des amerikanischen Bildungspsychologen Lee Shulman macht in der Erweiterung von Matthew J. Koehler und Punya Mishra die zukünftigen Herausforderungen für Lehrer deutlich. Bisher reichte unser fachliches und unser pädagogisches Wissen, das wir im Laufe des Studiums und unseres Berufslebens erworben haben. Als Schnittmenge ergaben sich die fachdidaktischen Fähigkeiten, die wir vor allem im Rahmen des Referendariats erlernen konnten. Dadurch dass nun aber auch technologische Kompetenz zusätzlich von uns erwartet wird, ergeben sich ungleich komplexere Anforderungen an Lehrende:

Das TPCK-Modell

So muss ich beispielsweise nicht mehr nur die historischen Hintergründe der Entstehung des deutschen Kaiserreichs kennen und wissen, wie ich diese didaktisch reduziert und aufbereitet im Unterricht erarbeite, sondern zugleich sollte ich wissen, wo und wie ich im Internet Informationen zu diesem Thema finde und zugänglich machen kann (TCK) und wie ich didaktisch sinnvoll ein digitales Arbeitsergebnis erstellen lassen kann (TPK). Letztlich muss ich auch entscheiden können, ob mein didaktisches Setting durch die digitalen Möglichkeiten nicht vollständig neu gedacht werden muss (TPCK). So könnte ich etwa mit einem Historiker skypen, Videos erstellen oder neu vertonen und online kommentieren lassen oder ganz andere Formen der Erarbeitung wählen. Als Lehrer brauche ich in Zukunft, ob ich will oder nicht, technologisch-pädagogisch-fachliche Kompetenz.

Literatur

Online

Advertisements

„Darf ich denn jetzt eigentlich Seiten aus dem Schulbuch scannen?“

Und am Ende noch den Schülerinnen und Schülern per Mail zuschicken? In einer meiner Fortbildungen kam genau diese Frage im Zusammenhang mit Copyright-Bestimmungen bei Fotos auf.

Eine ausführliche Antwort darauf gibt wieder einmal eine Seite des Lehrerfreunds. Kurz gesagt: Ich darf natürlich schon, aber nur in sehr begrenztem Umfang. Per Mail verteilen ist dabei auch möglich, aber keinesfalls eine Verbreitung über Lernplattformen wie Moodle. Genaueres findet sich anhand von eindeutigen Fragestellungen auf der Seite des Verbands für Bildungsmedien.

Wer bei Bildern sicher gehen will, dem seien für den Einsatz in der Unterrichtsvorbereitung, aber auch für die Nutzung mit Schülergruppen die beiden folgenden Bildersuchmaschinen empfohlen.

Pixabay – hier gibt es gemeinfreie Bilder, das heißt alle Bilder dürfen für alle Zwecke kostenfrei genutzt werden.

Photos for Class – die hier gefundenen Bilder hier werden aus Flickr herausgesucht und mit einer passenden Lizenz (kleiner schwarzer Kasten nach dem Download, Beispiel siehe Beitragsbild oben) direkt im Foto versehen. Danach kann man die Fotos problemlos nutzen, weil die Rechte eingehalten sind.

Wollen Sie Schülerinnen und Schüler eine rechtlich einwandfreie Nutzung beibringen, können Sie diese Info-Seite zu den wichtigsten Regelungen nutzen.

Bei youtube-Videos gelten die in diesem Blogbeitrag genannten Regeln.

Moodle-Einführung in didaktischen Häppchen

Wer mit Moodle arbeiten möchte, insbesondere, wer neu mit Moodle arbeitet, für den sind die Erläuterungen auf der Seite der bayerischen Medienberatung ganz großartig.

In kleinen Häppchen wird hier nicht nur jede einzelne Aktivität und Materialvariante genau erläutert und ihr Einsatz erläutert, sondern es gibt auch sinnvolle didaktische Kommentare, dies selbst für langjährige Moodle-Nutzer oft interessant sind. Hier finden sich klug ausgewählte Einsatzszenarien für die einzelnen Elemente, die die Arbeit mit Moodle sicherlich bereichern können.

Viel Spaß bei der Nutzung dieser klugen Materialien.

Die wichtigsten iPad-Apps für Schülerinnen und Schüler

Auf dieser Seite möchte ich ganz subjektiv die wichtigsten Apps für den Unterricht mit iPads kurz vorstellen und erläutern. Die Apps und Links auf dieser Seite werden stetig überarbeitet und ergänzt. Ich bitte aber auch die Linksammlung unten auf der Seite zu beachten, die zu vielen weiteren großartigen Quellen verweist!

App-gesteuerte Kollaboration

Interaktives Lernen und Arbeiten

Vor allem gibt es in diesem Bereich aber ein immer größer werdendes Internetangebot, das mit den Tablets im Unterricht jederzeit genutzt werden kann.

Produktions- und Handlungsorientierung

FILM

Recherche für Unterrichtszwecke

  • iCabMobile – InformationDownload – Video – erstklassiger Browser mit vielen Zusatzfunktionen z.B. zur Moodle-Nutzung
  • i-nigmaInformationDownloadauch für Android – schneller QR-Code-Leser, mit dem einfach Internetseiten im Unterricht zugänglich gemacht werden können
  • NotabilityDownload – statt Schulheften sinnvoll
  • SimplepediaDownload – netter Wikipedia-Reader
  • WörterbücherEnglisch (29€), Deutsch – teuer
    Alternativ: Leo.org mit Link auf dem Desktop
  • Digitale Schulbücher – Download – geht halt nicht anders
  • OnleiheDownload – in der Stadtbücherei online ausleihen
  • Bluefire ReaderDownload – Leseapp für Onleihe-Bücher

Dokumentation und Präsentation von Unterrichtsergebnissen

  • Notability (s.o)
  • PoppletDownload – mehr als Mindmapping
  • PreziDownload – Prezis nutzen
  • MindmasterDownload – Mindmapping
  • Pages – bereits enthalten  – Textverarbeitung
  • DocumentsDownload – Dateiverwaltung, mit dem Browser lassen sich aber auch Edmond-Videos herunterladen
  • Thing LinkDownload – Bilder beschriften, auch mit Links

Nutzung medialer Vielfalt

iPads für die Lehrerhand

  • FileBrowserDownload – alle Dateien im Überblick
  • TeacherToolDownload – Noten, Kurshefte, Fehlzeiten
  • minu timerDownload – „noch 10 Minuten“
  • geddit – Download – für stark lehrerzentrierten Unterricht
  • PlickersDownload – cool für schnelle Tests und Abstimmungen

Weiterführende Links

Regeln für die Nutzung digitaler Endgeräte

Bildschirmfoto 2014-12-05 um 21.33.50Will man sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler sich in der Schule bei der Nutzung digitaler Endgeräte an die Regeln halten, sollte man diese Regeln auch klar machen.

Auf dem Blog „iPads for schools“ gibt es eine schöne bunte Übersicht dazu, die man mit digital Lernenden zur Gesprächs- und Arbeitsgrundlage machen kann. Hier gibt eshttp://it.kultus-bw.de/,Lde/Startseite/IT-Sicherheit/mobile die deutsche Übersetzung:

Rechte und Pflichten – Schule und Schueler

Zur weiteren Bearbeitung

Seit Neuestem gibt es auch Infos beim Kultusministerium Baden-Württemberg mit zahlreichen Vorlagen. Wirklich gut sind aber auch die Österreicher. Auf der Seite schule.at gibt einen wunderbaren Leitfaden „Checkliste Tabletklasse!“ und in diesem Zusammenhang auch einer wunderbar anzupassendes Dokument mit einer „Verhaltensvereinbarung“ zwischen Schülerinnen und Schülern einerseits und Lehrenden andererseits. Absolut praxistauglich!

Moodle für absolute Anfänger

Hinter dem dem kleinen Wort Moodle verbirgt sich eine internetbasierte Lernplattform, die jeder Lehrer in seinem Unterricht einfach und flexibel nutzen kann. Ob den Schülern Links auf Internetseiten, Dokumente oder Filme zugänglich gemacht werden sollen, ob sie Tests oder komplexe Aufgaben lösen müssen oder mit Schülern einer Partnerschule diskutieren möchten, Moodle macht all das auf einfache Weise möglich.

Warum ist der Einsatz von Moodle sinnvoll?

In zwei wesentlichen Bereichen ist der Einsatz von Moodle dabei interessant und wichtig. Zum einen lässt sich die private Zeit von Schülern, die immer deutlicher auch an Computer und neuere Medienangebote gebunden ist, mit einem System wie Moodle für fachliche Zwecke nutzen. Zum anderen ermöglicht Moodle aber eine integrierende Einbindung sämtlicher in der Vermittlung historischen Geschehens verwendeter Medien (Texte, Filme, Tondokument, Fotos, historischer Gemälde, Karten) in einem übersichtlichen und einfach zu verwendendem System, mit dem Bezüge etwa zwischen Texten und Filmen gut und überzeugend dargestellt werden können. Zudem bleiben sämtliche eingestellte Materialien für die Schüler langfristig auch für die Nachbereitung verfügbar. Schließlich ermöglicht Moodle durch die zahlreichen kooperativen Aktivitäten (etwa die gemeinsame Arbeit an einem Text oder die Diskussion in Foren) spezifisch historische Herangehensweisen an diese Materialien.

Materialien anbieten, Aktivitäten einfordern

Wenn ein Moodle-Kurs erstellt wird, enthält er zunächst keine Inhalte, aber er bietet – wie Hilbert Meyer es für reale Unterrichtsräume vorsieht – eine vorbereitete Umgebung, in der eine überzeugende Grundstruktur eine übersichtliche, verlässliche Ordnung bietet, die den Schülern bei regelmäßiger Nutzung die Orientierung erleichtert. Die Inhalte für den Kurs kann jeder Lehrer selbst zusammenstellen und so die Kursschablone mit Bildern oder Karten, Texten und Informationen individuell gestalten und füllen. Dabei kann er einerseits Materialien einstellen, andererseits den Schülern Aktivitäten ermöglichen.

Nutzerabhängige Zugangsberechtigung

Diese Inhalte sind bei Moodle nur für zugelassene Nutzer zugänglich. Wollen Schüler die Materialien nutzen, müssen sie sich mit ihrem Namen anmelden und können nur dann in den Kurs, wenn der Lehrer ihnen den Zugang ermöglicht.

Materialien einstellen

Um in Moodle Materialien zur Verfügung zu stellen, muss der Unterrichtende lediglich den Block im Kurs auswählen, den er mit Inhalt füllen möchte. Dort kann ein Link eingefügt werden, der dann auf eine Quelle oder einen Sekundärtext (als PDF oder auch im Word-Format), auf historische Karten, Gemälde oder Fotografien, einen Film (etwa in der ZDF-Mediathek), eine Brandt-Rede, das Lied „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ oder etwa eine schöne Animation zu Napoleons Kriegstaktik verweist; alle Medien lassen sich im Kurs abspielen, sind damit an einer zentralen Stelle für alle verfügbar. Auch Internetseiten mit historischen Materialien (etwa eine Seite des LeMo-Seite des Deutschen Historischen Museums oder Auszüge aus den Informationen zur Politischen Bildung) können so höchst komfortabel eingebunden werden. Dabei können diese Materialien entweder vom Lehrer im Bereich eines Kurses hochgeladen werden oder es wird einfach auf andere Internetressourcen verlinkt.

Aktivitäten einfordern

Seine eigentlichen Stärken entfaltet Moodle aber erst bei Nutzung der zahlreichen Aktivitäten. Schülern können etwa Aufgaben gestellt werden, die sie (z.B. als Hausaufgabe) schriftlich bearbeiten müssen. Man kann ihnen ermöglichen Dateien (etwa eine Präsentation) hochzuladen. Der Lehrer hat damit einfachen Zugriff auf alle Arbeitsergebnisse, kann diese online benoten, die Schüler sehen jeweils nur ihre eigenen Arbeitsergebnisse und ihre Bewertungen.

Will man hingegen, dass Schüler auch die Ergebnisse ihrer Mitschüler sehen oder miteinander an einem Thema arbeiten, kann man sie in Gruppen einteilen und gemeinsam an Wikis arbeiten lassen. Auch die Arbeit in Foren kann kooperatives Arbeiten sinnvoll initiieren. Ein digitales Glossar, in dem historische Fachbegriffe im Verlauf einer Unterrichtssequenz gesammelt und von den Schülern erklärt werden sollen, rundet diesen Bereich ab.

Sollen die Schüler Schritt für Schritt einen Themenbereich erarbeiten, will man ihnen eventuell eine individualisierte Arbeitstiefe ermöglichen, lässt sich das mit Hilfe einer Lektion einfach realisieren.

Zudem stellt Moodle dem Pädagogen eine Test-Funktion zur Verfügung, die verschiedenste Frage- und Antwortmöglichkeiten erlaubt, vom einfachen Multiple-Choice-Test, die automatisch ausgewertet werden können, bis hin zu echten Freitext-Antworten, deren Bewertung noch vom Unterrichtenden vorgenommen werden muss. Will man bestehende Online-Aufgaben (sog. Hotpotatoes) übernehmen, lassen sich diese in den Kurs integrieren, Schülerergebnisse bekommt der Lehrer dann auch angezeigt.

Schließlich sei das Feedback-Formular erwähnt, mit dem zu allen Fragen und Themenbereichen die Rückmeldung der Schüler eingeholt werden kann. Die übersichtliche und strukturierte Auswertung für den Lehrer übernimmt dabei Moodle.

Moodle regelt den Zugang zum Kurs so, wie der Lehrer es einstellt, das heißt, dass nur diejenigen Zugang haben, denen der Lehrer es vorher gestattet hat. Auch Sie müssen sich deshalb anmelden. Sie sehen diesen Kurs dann aus der Sicht eines Schülers, Sie dürfen alle Funktionen auch jederzeit aus Schülersicht ausprobieren.

Links

Weitere Informationen erhalten Sie im kostenlosen und trotzdem guten eBook „Am Anfang steht der leere Kurs“.

Sehr empfehlenswert ist der Moodle-Selbstlernkurs des österreichischen EduMoodle. Hier lernen Sie alle Aspekte von A-Z!

Eine gute Einführung in Moodlefindet sich auch bei der Lehrerfortbildung Baden-Württemberg.

Auf den Demoseiten der Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg lassen sich auch gezippte Kurse herunterladen. Auch in der Schaubude des Landesamts für Pädagogik und Medien lassen sich Kurse ansehen und (jeweils im Kurs) herunterladen (Anmeldung erforderlich).

Moodle für Anfänger und Fortgeschrittene

Bild

Diese gute und umfassende Einführung in die Nutzung von Moodle gibt das kostenlose eBook der Grazer Romanistin Elke Lackner. Eigentlich alle Fragen rund um Moodle werden hier systematisch geklärt, zudem gibt es immer auch sinnvolle Praxistipps. Eine großartige Einführung. Dabei ist es möglich, das eBook mit dem iPad oder einem Android-System offline zu lesen, aber auch eine übersichtliche Online-Version ist verfügbar! Sie können das Buch kostenlos auf der Seite der Universität Graz herunterladen!